









Comics zum Nachdenken
Die Eröffnung der Comiciade-Ausstellung im Lust auf Life zog viele Besucher an.
Der Kurator und Comicade-Macher Alexander Samsz freute sich über die tolle Unterstützung, ohne die solche Ausstellung und auch die Comiciade am 10. und 11. Mai in der 100,5 Arena nicht durchführbar wären.
Einer der Unterstützer ist Michael Servos, Ratsherr aus Aachen Nord, der auch Comic-Fan ist.
Michael Servos hielt die Begrüßungsrede und ist der Meinung, das Comics nicht nur unterhalten sollen, sondern sich auch exzellent dazu eignen schwierige Inhalte mit Tiefgang zu transportieren. „Und genau diesen Tiefgang zeigt die Ausstellung, die wir heute eröffnen, in ganz besonderer Weise. Sie beschäftigt sich mit „Freiheit“. Einerseits der individuellen Freiheit „Diggers“, andererseits der Freiheit einer ganzen Stadt, der Befreiung Aachens vor 80 Jahren, dem Neuanfang nach dem Krieg – und dem tragischen Mord an Franz Oppenhoff, dem ersten demokratisch eingesetzten Bürgermeister dieser Stadt nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes.“
„Das Aachener Experiment“ – ein Comic als Brücke zur Erinnerung
Mit der Graphic Novel „Das Aachener Experiment“ von Henry Kreklow wird damit Geschichte greifbar. Sie wird erfahrbar – durch Bilder, durch Dialoge, durch Stimmungen. Und sie wird aus einer Perspektive erzählt, die gerade jüngeren Generationen den Zugang erleichtert: nicht abstrakt, nicht belehrend, sondern einfühlsam, kritisch und visuell kraftvoll.
Dass eine solche Arbeit im Rahmen der Comiciade gezeigt wird, ist kein Zufall. Es ist ein starkes Zeichen dafür, dass Comics nicht nur unterhalten, sondern auch erinnern können. Dass sie Verantwortung übernehmen – für das Erzählen, das Einordnen, das Wachhalten von Geschichte.
Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte wieder unter Druck geraten, in der Antisemitismus, Hass und Geschichtsvergessenheit leider wieder lauter werden, sind solche Projekte von unschätzbarem Wert.
Aachen war die erste befreite Stadt auf deutschem Boden. Das ist kein Nebensatz der Geschichte – das ist ein historischer Meilenstein, der uns als Stadt verpflichtet. Und Franz Oppenhoff war ein Symbol für Hoffnung, für einen Neuanfang. Dass er für diese Hoffnung sein Leben lassen musste, darf nicht vergessen werden.
Diese Ausstellung hilft, sich zu erinnern – und das nicht nur mit Daten und Fakten, sondern mit erzählten Geschichten, mit Gesichtern, mit Emotion.
Die Ausstellung war im Lust auf Life vom 25.04. – 11.05.2025 zu sehen im Rahmen der Comiciade zu sehen.
Die Exponate wurden 2x beschädigt.